Cueva de los Verdes: die Lavahöhle im Norden Lanzarotes
Die Cueva de los Verdes ist eine Lavaröhre im Norden Lanzarotes: eine verborgene Welt aus Felsformationen, Farben und Stille, einst Versteck vor Piraten und heute einer der großen Vulkanbesuche der Insel.
Die Cueva de los Verdes gehört zur Vulkanlandschaft, die ganz Lanzarote geformt hat. Die Insel besitzt einige der eindrucksvollsten Vulkanformationen der Welt, und diese Höhle zeigt besonders anschaulich, welche Kräfte im Erdinneren wirken. Entstanden aus einem Lavastrom und von der Zeit geformt, öffnet sie den Blick in eine verborgene Welt unter der Erde, die Besucher bis heute in ihren Bann zieht.
Geschichte und Entstehung der Cueva de los Verdes
Die Höhle entstand vor Tausenden von Jahren beim Ausbruch des Vulkans La Corona. Die Lava floss Richtung Meer; an der Oberfläche erstarrte sie, während sie darunter weiterströmte. Zurück blieb eine mehrere Kilometer lange Lavaröhre, zu der auch die Jameos del Agua gehören. Beim Abkühlen bildeten sich Basaltwände, erstarrte Lavatropfen an der Decke und Gesteinsschichten in Rot-, Ocker- und Grautönen.
Auch für die Menschen auf Lanzarote hat die Höhle Bedeutung. Früher versteckten sich die Inselbewohner hier vor Piratenüberfällen. Ihren Namen verdankt sie übrigens nicht der Farbe Grün, sondern einer Hirtenfamilie, den „Verdes“, die die Höhle für ihr Vieh nutzte.
Was macht die Cueva de los Verdes so besonders?
Besonders ist vor allem die Stimmung im Inneren. In den 1960er-Jahren richtete der Künstler Jesús Soto die Höhle für Besucher her – mit einer zurückhaltenden Beleuchtung, die Formen und Farben des Gesteins betont, ohne sie zu verändern. Licht und Schatten wandern über die Wände, während Sie durch die Gänge gehen.
Drinnen ist es angenehm kühl: Die Temperatur liegt das ganze Jahr über bei etwa 19 Grad, ein willkommener Kontrast zur Hitze draußen. Die Schritte hallen von den Wänden wider, sonst ist es still. In einem der Säle befindet sich sogar ein Konzertsaal mit hervorragender Akustik.
Manche Abschnitte wirken wie Landschaften von einem anderen Planeten. Und am Ende der Führung wartet eine Überraschung, die wir hier nicht verraten – nur so viel: Sie werden Ihren Augen nicht trauen.
So besuchen Sie die Cueva de los Verdes
Die Höhle kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Gruppen starten in kurzen Abständen direkt am Eingang.

Die Cueva de los Verdes: ein Vulkanwunder, das man gesehen haben muss.
Die Führung
Der Rundgang ist etwa einen Kilometer lang und dauert rund 50 Minuten. Die Guides erklären, wie die Höhle entstanden ist, erzählen von der Geologie der Insel und von der Zeit der Piraten. So verstehen Sie, was Sie sehen – und in weniger als einer Stunde haben Sie einen der spannendsten Orte Lanzarotes kennengelernt.
Gut zu wissen
Der Weg ist befestigt, aber stellenweise uneben, mit Stiegen und niedrigen Durchgängen, an denen man sich bücken muss. Für Rollstühle und Kinderwagen ist die Höhle deshalb nicht geeignet. In der Hauptsaison bilden sich am Eingang Schlangen; wer früh kommt, wartet am kürzesten. Eintrittskarten gibt es an der Kassa und online bei den Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus.
Was es rund um die Cueva de los Verdes zu sehen gibt
Die Höhle liegt im Norden Lanzarotes, in einer Gegend mit besonders dramatischer Landschaft. Nach der Führung gibt es in der Nähe noch einiges zu entdecken.
Die Vulkanlandschaft der Umgebung
Rund um die Höhle erstreckt sich das Malpaís de La Corona, ein zerklüftetes Lavafeld am Fuß des Vulkans. Ein Spaziergang zeigt die raue Schönheit dieser Landschaft. Nur wenige Minuten entfernt liegen die Jameos del Agua, eines der Meisterwerke von César Manrique und Teil derselben Lavaröhre: ein gutes Beispiel dafür, wie auf Lanzarote aus Vulkanlandschaft Kultur geworden ist.
Einheimisch essen
Nach dem Besuch haben Sie sich ein gutes Essen verdient. Die Gegend ist für frischen Fisch bekannt; beliebt ist der Sancocho, ein würziger Fischeintopf, der mit Papas arrugadas (Runzelkartoffeln) und Mojo-Sauce serviert wird. Im Fischerdorf Órzola, nur eine kurze Autofahrt entfernt, sitzen Sie in einfachen Lokalen direkt am Hafen. Und wer noch Lust auf Bewegung hat, fährt weiter zum Risco de Famara: Von den Klippen bietet sich ein atemberaubender Blick auf den Ozean und die Küste.

Erst die Vulkanlandschaft, dann die Inselküche: So sieht ein gelungener Tag im Norden aus.
Die beste Zeit für einen Besuch
Die Cueva de los Verdes ist ganzjährig geöffnet. Am angenehmsten ist der Besuch im Frühjahr und im Herbst, wenn das Wetter mild ist und weniger los ist. Im Sommer ist der Andrang größer: Kommen Sie dann am besten gleich am Morgen, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Tipps für den Besuch
- Bequeme Schuhe: Der Weg ist stellenweise uneben, feste Schuhe sind Pflicht.
- Eine leichte Jacke: In der Höhle ist es kühl.
- Rücksicht auf die Natur: Bleiben Sie auf dem Weg und berühren Sie die Formationen nicht.
- Zeiten prüfen: Schauen Sie vorab nach den Öffnungszeiten, vor allem in der Hauptsaison.
Die Cueva de los Verdes verbindet Naturschönheit, Geologie und Geschichte, wie es nur wenige Orte können. Und sie ist erst der Anfang: Mit ihren Landschaften und ihrer Kultur hält Lanzarote hinter jeder Kurve etwas Neues bereit.
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